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Sonntag, 04. Dezember 2016

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Gerberlöwe
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Nachruf

Fritz Egger †

Alt-Meister E.E. Zunft zu Gerbern

Im Januar konnte er noch zusammen mit seiner Gattin Vreni und den Vorgesetzten und Altvorgesetzten seiner Zunft das Augustin Schnell Mähli geniessen. Dann aber liessen seine Kräfte nach. Am 13. September ist Fritz Egger im Alter von 85 Jahren gestorben


 

1954, damals 23 Jahre alt, ist er in seine „Vaterzunft“ eingetreten. Er übernahm 1977 bis 1995 das pflichtenreiche Amt eines Zunftmeisters. Unvergesslich seine Reden, seine Präsenz und Eloquenz, - er hat die Zunft als Meister vorbildlich geprägt. Seine Art der stillen Diplomatie war für Fritz Egger typisch. Ohne seinen Standpunkt aufzugeben, hatte er Verständnis für unterschiedliche Blickwinkel und konnte so immer wieder Brücken über politische Gräben bauen. Unbestreitbarer Höhepunkt seines zünftigen Wirkens war die Organisation des 750. Jubiläums der Gerbernzunft 1992 mit der Herausgabe eines gediegenen Jubiläumsbuches. Seit 1996 besuchte er als Zunftpfleger zudem die älteren und kranken Zunftbrüder und bemühte sich als Chorleiter um den Weiterbestand der vereinigten Zunftchöre zu Gerben, Safran und zu Schuhmachern. Und all dieser Einsatz an Sitzungen, in Archiven und am Schreibtisch verbrauchte seine Stunden, Tage ja Wochen seiner Freizeit und forderte seine Lebenskraft zum Wohle seiner Zunft. Sein Motto: „Nit me sött... sondern: Y mach’s!“
Am 17. Dezember 1931 in Basel geboren, war Fritz Egger der älteste Sohn des Fritz und Trudi Egger-Bügler; dazu kamen noch sein Bruder Albert und Silvia, die Jüngste. Sowohl sein Vater wie auch seine beiden Grossväter waren als Beamte bei der SBB tätig gewesen, so lag es nahe dass auch Fritz nach der obligatorischen Schulpflicht sich in Richtung Bahn entwickelte. Nachdem er an der Kant. Handelsschule das Handelsdiplom erworben hatte, trat er 1950 mit einer 2jährigen Stationsdienst-Lehre in die SBB ein, wo er 1955 auf der „Kommerziellen Hauptagentur der SBB“ in Basel tätig wurde und dort später zum Chef der „Kommerziellen Vertretung Personenverkehr“ befördert wurde. Am 1. November 1982, nach einer Re-organisation der SBB, trat Fritz Egger in die Dienste des Kant. Baudepartement Basel und konnte dort seine Fähigkeiten und regionalen Erfahrungen sehr gut einsetzen. Am 1. August 1995 endete seine berufliche Laufbahn mit dem Antritt des wohlverdienten Ruhestandes.
Bald nach der Gründung der Gundeli Clique wurde Fritz Egger Mitglied als Tambour. Die Verbundenheit mit der Clique kam in zahlreichen Dienstleistungen wie Zeedeldichten und Laternenspannen zum Ausdruck und sein Organisationstalent war mit ein Grund, dass er 1950 das Amt des Cliquen-Obmanns übernahm und während 10 Jahren äusserst erfolgreich ausüben konnte. Zuletzt trommelte er bei den Gundeli Gniesser (Alte Garde) als Tambour vorne rechts, aber auch aktiv im Zunftspiel mit.
Fritz Egger übernahm einige Jahre das Präsidium des Konfirmanden Vereins Oekolampad, wo er seine künftige Frau Vreni Christ kennenlernte, die er am 15. Juli 1961 heiratete. Beide wohnten zuletzt an der Hohe Winde-Strasse in einem gastfreundlichen, sehr gepflegten Haushalt, - ein eindrückliches Erlebnis mit einer reichhaltigen Basler Bibliothek, Vitrinen für Fasnachtsfiguren, Plakettensammlungen, Fotos und Bilder seiner geliebten Heimatstadt und den vielen Ordnern zur Dokumentation des Basler Zunft- und Fasnachtslebens, dazu Zugs- und Lokomotivlaternen in originaler Präsenz.
Vreni sei Dank dafür, dass sie die vielfältige Tätigkeit ihres Freddy für unsere Stadt ermöglichte und unterstützte. Mit Fritz Egger verlieren wir einen vorbildlichen Zunftmeister und Menschen, sind aber auch froh, dass er nicht länger leiden musste. Wir werden ihn in sehr guter Erinnerung behalten, - als Vorbild und als lieber Freund und Zunftbruder.
Andreas Hunziker, Schreiber E.E. Zunft zu Gerbern


Eine Ehrenzunft zu Gerbern, Basel

Herzlich willkommen auf der Homepage e.E. Zunft zu Gerbern 1242. Sie finden hier Informationen über unsere Zunft, über die nächsten Anlässe und weitere interessante Mitteilungen.

Die Bilder sind hier.

Unsere Reise führte uns zum Nölliturm in Luzern. Von hier aus wurden wir unter kundiger Führung auf einen Rundgang um die historische Stadtmauer geleitet. Am Mühleplatz überraschten uns alle Berühmtheiten der Luzerner Fasnacht. Gemeinsam, angeführt vom Spiel, zogen wir durch die Luzerner Altstadt. Im Nölliturm wurden wir dann vorzüglich verpflegt. Zurück in Basel im Löwenzorn, beim traditionellen Schlummertrunk, klang dann der gelungene Anlass aus;

Zunftgeschichte

Die ersten Basler Zünfte wurden 13. Jahrhundert gegründet und waren damals Gewerbe- oder Handwerksvereinigungen, z.B. Schmiede, Schuhmacher, Brotbäcker, Schneider, Kürschner, Gerber usw. Früher traten Gerber und Schuhmacher als sogenannte Doppelzunft gemeinsam auf. Allerdings gab es so viele Streitigkeiten, dass beider Zünfte schliesslich getrennt wurden.

Die Gerber siedelten sich rund um die Birsig und den Rümelinbach an, denn die Felle mussten im ersten Arbeitsschritt ordentlich gewässert werden. Daher stammt auch der Ausdruck, "dass einem die Felle nicht davon schwimmen". Die Gerber hatten ihre Arbeitsstätten hauptsächlich auf der linken Seite des Birsig; bereits 1291 wird die "Gerwerstraze" erwähnt. 1333 auch ein Haus "under den obern Gerwern". 1294 wird die "Gerberlaube" am Gerberberg erstmals urkundlich belegt. Die Liegenschaft lag in der Nähe des Richtbrunnens am Richtplatz, bei der heutigen Einmündung des Gerberbergs in der Gerbergasse.

1358 mussten die verschuldeten Gerber ihr Zunfthaus für 110 Pfund Stebler an den Wechsler Heinrich Sevogel verkaufen, der dieses der Zunft als Erbe für 4 Pfund gewöhnlicher Basler Pfennige und 5 Schillinge zu Ehrschatz wieder vermietete. Die erste erhalte Urkunde der Gerberzunft stammt aus dem Jahre 1368. Die Korrektion der zu engen Gerbergasse besiegelte 1874 das Schicksal des Zunfthauses; es wurde für 45'000 Franken vom Staat übernommen und zusammen mit den nachbarlichen Zunfthäusern zu Gartnern und zu Schneidern abgebrochen. Fast 80 Jahre lang war die Zunft darauf heimatlos, ab 1877 war das "Mueshus" in der Spalenvorstadt 14 der Versammlungsort des Zunftvorstandes. Seit 1951 hat die E. Zunft zu Gerbern wieder eine Zunftstube, die sich im ersten Stock des Restaurants Löwenzorn am Gämsberg und damit wenigstens in der Nähe des ehemaligen Wirkungsortes der Gerber befindet.

Basler Leder war ein begehrter Exportartikel und die Gerberzunft erlebte ihre Blütezeit im 16. und 17. Jahrhundert. Die findigen Gerber kauften ihr Rohmaterial en gros ein und errichteten eigene Gerbereien für die Zunftmitglieder. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts siedelten sich die Gerber auch im Kleinbasel an, in der Gegend der Ochsengasse, der Utengasse und der Rheingasse. Ihre Häute wässerten sie im mittleren Teil des Riehenteichs und liessen dabei die Abfälle dem Rhein zufliessen. Später hatten die Gerber unter Import- und Exportbeschränkungen zu leiden und ihre Zahl ging stark zurück. Das Handwerk der Gerber erlosch in Basel mit der Schliessung der Raillard'schen Gerberei im Jahre 1910. Diese befand sich während fast 100 Jahren im Kleinbasel an der Rheingasse.